Dr. Jens Wening

Dr. Jens Wening

Ausschuss für Mission und Ökumene, Planungsausschuss, Zukunftsausschuss (stellv. Mitglied)

Pastor
Jahrgang 1981

Kirchenkreis Laatzen-Springe

Warum haben Sie für die Landessynode kandidiert?

Wir erleben in der Kirche wie auch in der Gesellschaft eine Zeit großer Umbrüche. Ich habe für die Landessynode kandidiert, weil mir die Zukunft unserer Kirche am Herzen liegt. Die Entscheidungen, die wir heute treffen oder versäumen, stellen die Weichen für morgen – auf dieser Grundlage werden unsere Kinder und Enkel ihren Glauben leben, gestalten und verantworten.

Welche Themen sind Ihnen in der synodalen Arbeit besonders wichtig?

Mich beschäftigen besonders zwei Perspektiven: die innere Erneuerung unserer Kirche und ihre öffentliche Verantwortung. Wie schaffen wir eine Kirche, die ihre Kräfte sammelt, statt sich zu verzetteln, die neue Möglichkeiten klug nutzt und dabei nah bei den Menschen bleibt? Digitalisierung verstehe ich dabei als echte Chance. Aber wir müssen auch dringend unsere kirchlichen Strukturen ehrlich und kritisch auf ihre Zukunftsfähigkeit hin abklopfen. Bei all diesen Fragen darf Kirche kein Kreisverkehr ohne Ausfahrt sein. Wenn Orientierung gefragt ist, muss sie öffentlich klar Haltung zeigen – für Menschenwürde, Demokratie und solidarisches Miteinander.

Wie wünschen Sie sich die Kirche von morgen?

Als eine Kirche, die für die Menschen da ist: für Menschen mit mehreren Herkünften, mit digitalem Doppelleben, zwischen Wohnorten und Lebensphasen, nach Scheitern, Trennung oder Neubeginn – für die erschöpfte Pflegekraft, den Start-up-Gründer mit Existenzangst, die Mutter im Wechselmodell, den Rentner nach 40 Jahren Arbeit, die junge Frau zwischen zwei Kulturen. Ich wünsche mir eine Kirche, die zuerst zuhört, bevor sie etwas sagt. Die einlädt, ohne Voraussetzungen zu machen. Und die erfahrbar macht: Du bist willkommen – mit deiner Geschichte, deinen Fragen und deinem Leben.