Burgdorf. Zwei Ehepaare kandidieren für das Amt der Superintendentin und des Superintendenten im Kirchenkreis Burgdorf. Zur Wahl stehen Franziska und Dr. Maximilian Baden sowie Elisabeth Rabe-Winnen und Valentin Winnen. Das gab der Vorsitzende des Wahlausschusses, Ralph Scheferling, jetzt bekannt. Beide Ehepaare möchten das Leitungsamt in Stellenteilung wahrnehmen. Über die Nachfolge der bisherigen Amtsinhaberin, Superintendentin Sabine Preuschoff, die im Oktober 2025 verabschiedet wurde, bestimmen die Mitglieder der Kirchenkreissynode am 15. September.
Zuvor haben Interessierte am Sonntag, den 23. August um 15 Uhr die Möglichkeit die Aufstellungspredigt von Franziska und Maximilian Baden und am Sonntag, den 30. August um 15 Uhr die von Elisabeth Rabe-Winnen und Valentin Winnen zu hören. Beide Gottesdienste finden in der Barockkirche Ilten (Kirchstraße 1, 31319 Sehnde) statt. Im Anschluss an die Gottesdienste gibt es Gelegenheit mit den Kandidierenden persönlich ins Gespräch zu kommen. Liegen nach einer sechstägigen Einspruchsfrist keine Einwände vor, findet die Wahl am 15. September durch die Kirchenkreissynode statt.
„Beide Ehepaare überzeugen sowohl persönlich als auch fachlich und inhaltlich. Sie haben viele Ideen für die Zukunft der Kirche und des Kirchenkreises. Alle wollen über die Kerngemeinde hinaus in die Gesellschaft wirken und die Menschen dabei mitnehmen. Ich freue mich, dass die Kirchenkreissynode so eine gute Auswahl hat“, sagt Ralph Scheferling, der als Vorsitzender der Kirchenkreissynode auch den Wahlausschuss leitet.
Franziska Baden (39) ist seit 2018 Gemeindepastorin in der Johanniskirchengemeinde Eschede und ist seit 2021 mit einem Stellenanteil als erste stellvertretende Superintendentin in die Leitung des Kirchenkreises Celle eingebunden.
Die 1987 in Lüneburg geborene Pastorin ist aufgewachsen in Bad Bevensen. Nach der Schulzeit absolvierte sie ein Freiwilliges Ökumenisches Jahr in Südafrika, wo sie erfahren hat, wie gut es ist, Neues zu wagen. Das Theologiestudium führte sie nach Göttingen und Bonn, ihr Vikariat absolvierte sie in Waake und Ebergötzen im Göttinger Umland. An diese Ausbildungsphase schloss sie ein Sondervikariat im Landesjugendpfarramt an. Zuletzt hat sie mit EU-Förderung ein Familienzentrum mit aufgebaut. „Das hat mir gezeigt: Nicht nur in Großstädten lässt sich viel bewegen, wenn man dranbleibt und ein gutes Konzept hat", sagt Franziska Baden.
Ihr Mann Dr. Maximilian Baden (37) war zwischen 2021 und 2025 in den Kirchengemeinden Eschede und Eldingen-Hohnhorst Gemeindepastor und anschließend theologischer Referent im Büro der Regionalbischöfinnen für Hannover und Lüneburg, bevor er ganz zur Evangelischen Medienarbeit wechselte. Dort leitet er seit 2025 das Projekt „Digitale Gemeinschaften" und verantwortet redaktionelle Aufgaben. Geboren 1989 wuchs Maximilian Baden im hessischen Wanfried auf. Zur Theologie fand er über den Religionsunterricht, der es schaffte, biblische Texte auf konkrete Lebensfragen antworten zu lassen. Er studierte Theologie in Göttingen, Wien und Bonn und promovierte zur Studienmotivation von Theologiestudierenden im Fach Praktische Theologie. Über seine Arbeit als Projektleiter sagt Maximilian Baden: „Kirchliche Content-Creator auf Social Media so zu begleiten, dass jede und jeder die eigene Stärke findet, hat mir gezeigt: Führung heißt, Menschen zuzutrauen, was sie sich selbst noch nicht zutrauen. Das will ich auch als Superintendent tun."
Was die beiden an Burgdorf besonders reizt, ist der eingeschlagene Weg: „Uns überzeugt, wie der Kirchenkreis Burgdorf schon heute über die einzelne Gemeinde hinausdenkt: Wo eine allein an ihre Grenzen kommt, ziehen hier mehrere an einem Strang und erreichen so mehr, als jede für sich könnte", sagen Franziska und Maximilian Baden. Dem Mitgliederschwund der Kirche wollen sie mit genau dieser Offenheit begegnen - bestehende Schätze im Kirchenkreis heben, Altes mutig loslassen und den beruflich und ehrenamtlich Mitarbeitenden dabei den Rücken stärken. Ihre Vision für die kommenden Jahre: Mitreißende Gottesdienste an zentralen Orten und Gesichter, denen Menschen vertrauen.
Elisabeth Rabe-Winnen (44) war von 2010 bis 2018 Pastorin in Lengede im Kirchenkreis Peine. Seit acht Jahren arbeitet sie als Referentin im Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik im Michaeliskloster Hildesheim und ist dort stellvertretende Direktorin. Sie hat das Segensnetzwerk „Lauter Segen“ mit aufgebaut und gehört zu diesem multiprofessionellen Team. Die in Aurich geborene Theologin wuchs im Pfarrhaus in Vörden auf. Im Anschluss an das Abitur war sie in sozialdiakonischen Einrichtungen in New York City tätig und entschied sich anschließend für das Theologiestudium, das sie nach Bethel, Berlin und Göttingen führte. Von 2008-2010 war sie Vikarin in Burgdorf. Als Gottesdienstberaterin und Predigtcoach entwickelt sie gemeinsam mit anderen Worte und Formen wirksamer Verkündigung. Seit 2011 ist sie Autorin von Radioandachten im NDR und war Sprecherin des „Wort zum Sonntag“ in der ARD. Menschen mit ihren unterschiedlichen Begabungen zu vernetzen und zu stärken, liegt ihr am Herzen. Sie ist überzeugt: „Kirche hat Zukunft, wenn sie nah bei den Menschen ist und Beziehungen lebt.“ Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen sagt sie: „Kirche steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Trotz aller Veränderungen rechne ich fest mit Zukunft.“
Valentin Winnen (46) ist seit 2010 Schulpastor an einer Berufsbildenden Schule in Hildesheim. Neben Religionsunterricht gehört dort die Mitarbeit im Beratungsteam zu seinem Alltag. Seit 2018 ist er im Kirchenkreis Burgdorf außerdem schon ein bekanntes Gesicht: er ist Teil des hauptamtlichen Teams der St.-Pankratius-Kirchengemeinde Burgdorf. Er übernimmt als Mitglied des Kirchenkreisvorstandes außerdem Verantwortung auf der Ebene der Leitung des Kirchenkreises Burgdorf. Der gebürtige Langenhagener studierte Theologie in Göttingen und Leipzig. Nach seinem Vikariat in Uplengen absolvierte er ein Sondervikariat für Berufsbildende Schulen. Sein Herz schlägt dafür, Menschen ohne religiöse Prägung oder mit innerem Abstand zur Kirche einen Zugang zu den großen Fragen des Menschseins zu eröffnen: „Ich wünsche mir, dass die Botschaft von der Menschenfreundlichkeit Gottes auch in einer mehr und mehr säkularen und polarisierten Gesellschaft strahlt.“ Winnen lehrt außerdem an der Hochschule für Verwaltung in Hannover und veröffentlicht regelmäßig zu Religionspädagogik und Gottesdienstpraxis.
Das Ehepaar möchte Kirche in der Gegenwart gestalten: „Wir schätzen die Menschen und die Region. Hier sind wir mit unseren Kindern zuhause. Wir erleben offene Türen und Herzen bei den Menschen vor Ort und haben Lust, gemeinsam Kirche genau jetzt und hier zukunftsfähig aufzustellen.“
Dass sich Ehepaare gemeinsam auf das Leitungsamt im Kirchenkreis bewerben, ist keine Neuheit. „Schon seit einigen Jahren gibt es Kirchenkreise, die von einer solchen Doppelspitze geleitet werden, so zum Beispiel in Leine-Solling, Hannover und bald auch Ronnenberg. Für die Stelleninhaber ist die Arbeit im Team attraktiv“, so Dr. Nicola Wendebourg, Leiterin des Personaldezernats der Landeskirche Hannovers.
Der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Burgdorf umfasst derzeit rund 40.000 Gemeindemitglieder in den Kommunen Uetze, Burgdorf, Lehrte und Sehnde. Er gehört zum Sprengel Hannover. Das Büro der Superintendentur ist am Spittaplatz in Burgdorf. Bisher war die Predigtstätte der Superintendentur bei der angrenzende St.-Pankratius-Kirche angesiedelt.
Meret Köhne, Öffentlichkeitsbeauftragte für den Sprengel Hannover


